Elektronischer Datenaustausch Teil 5 - Klassifikationen

Man hört immer den Begriff Klassifikationen im Kontext Datenaustausch, was bedeutet das eigentlich?

Auch eine gute Frage. In manchen Bereichen werden Klassifikationen benutzt, z. B. bei Produktdaten, um ähnliche Produkte in der gleichen Produktgruppe unterzubringen. Damit wird es dem Datenkonsumenten ermöglicht, die Produkte bei sich korrekt zu importieren.

Beispiel:

Ein Hersteller hat die Produktgruppe Elektrowerkzeuge, und darunter zwei weitere Gruppen, Kabelgebundene Werkzeuge und Akkubetriebene Werkzeuge. Unter beiden Gruppen gibt es jeweils: Schlagbohrmaschinen, Schleifgeräte, Bohrhammer, Stichsäge, Kreissäge.

Der Großhändler hat aber eine andere Einteilung: Produktgruppe Elektrowerkzeuge, darunter Schlagbohrmaschinen, Akku Schlagbohrmaschinen, Schleifgeräte, Akkuschleifgeräte usw.

Da kommen beide nicht ohne manuellen Aufwand zusammen. Entweder der Hersteller stellt sein Sortiment um oder der Großhändler. Oder der Großhändler muss die Produktdaten anpassen, bevor er die weiterverarbeiten kann.

Die Lösung ist eine Standardklassifikation, in der ist z. B. definiert:

Werkzeuge, darunter Handwerkzeuge, Bohrhammer, Bohrhammer kabellos, Kreissäge, Kreissäge kabellos usw.

Bedeutet: Wenn der Hersteller seine Produkte vor dem Export in die Klassen der Klassifikation verteilt, kann der Großhändler die Daten wiederum auslesen und (automatisiert) den Bohrhammer kabellos bei sich in Akku Bohrhammer eintragen.

Nun gibt es jede Menge Hersteller von Elektrowerkzeugen. Wenn sich alle an die gleiche Klassifikation ihrer Daten halten und die Technischen Daten ebenfalls mit der Grundlage der Klassifikation bereitstellen, dann muss ich so eine Zuordnung genau einmal machen, pro Klassifikationsgruppe, und ich kann alle Hersteller damit abbilden, ohne weiteren Aufwand.

Eine Klassifikation stellt also das gleiche Datenverständnis für alle bereit, und jeder kann sich darauf verlassen.

Etwaige eigene Datenmodelle können weiterbestehen, aber nach aussen wird eine Standardklassifikation verwendet, z. B. ETIM, ECLASS, freeclass usw.

Hinweis: In vielen Klassifikationen gibt es die Möglichkeit, die Darstellung der technischen Daten ebenso zu standardisieren, aber das nuten zur Zeit nur ca. 30 % der herstellenden Industrie.